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Dienstag, 10. September 2019

Tag 12 - 136km - nach ...










Nach Dnjepropetrovsk (jetzt Dnipro)


Weil die Beschilderung (vor allem in den Städten) sehr schlecht und oft inexistient ist, glaube ich, als ich mich in einer Stadt auf dem Hauptprospekt befinde, Dnipro erreicht zu haben. Erst als ich einen Mann frage, wo es denn zum Eiffelturm (oder so) gehe, klärt sich der Irrtum auf. Immerhin hat sich das Verfahren gelohnt, denn ich finde den bisher schönsten Plattenbau:


Dnipro ist eine geschäftige Stadt mit vielen modernen Gebäuden, aber auch mit genug Parkanlagen, Cafés und Eisverkäufern. „Angenehm westlich“, würde der Ignorant sagen.
Das Highlight dieser Stadt war jedoch Alexander. Ihn habe ich mir „ausgesucht“, um nach einer Strasse zu fragen. Es ist wirklich mein Vorgehen: Wer hat den offenen Blick? Treffer! Er ist zu meinem Erstaunen erst 19 Jahre alt, hat aber schon viel „Weisheit“. Diese äussert sich erst mal darin, dass er fragt – Fragen stellen und nicht Statements abgeben! Ich habe immer Mühe mit Menschen, die vor allem sagen, was sie „wissen“ und „wie es ist“ (es sind meist Männer…). Savoir poser des questions! Sonst hänge ich jeweils schnell ab – „aha, ein Wisser“! Schon erlebt: Jemand „erklärt“ mir ein Land, in dem er noch nie gewesen ist (ich mehrmals), ohne zu fragen, welche Eindrücke ich davon habe… Viele „Wissende“ sind Ignoranten.
Alexander ist ein echt Wissender. Er fragt. Dann ist es auch interessant, wie er denkt und was er sagt. Reisen bildet, so die Binsenwahrheit. Ja, man lernt, den offenen Blick zu finden und die echte Kommunikation.





Ich fahre noch einige Kilometer aus der Stadt hinaus (es sind viele, bis man wieder auf dem Land ist) und finde auf der Schnellstrasse einen Platz bei einem Laden. Die Tante Emma heisst hier natürlich Natasha. Sie ist gross und kräftig gebaut – und hat den offenen Blick! Sie gibt mir den Schlüssel für die Toilette hinter dem Haus, schreibt mir den Namen des kleinen Ortes auf einen Zettel und wünscht mir eine gute Nacht.