„Dobre den!“
Mit einem
freundlichen „Dobre den“ winkt man mich am Checkpoint vor der Stadt durch. Die
Stadt, die zu besuchen angeblich gefährlich sei. So heisst es mehr westlich.
Weil sie vor der Frontlinie der Donbass-„Befreier“ liegt und hier auch eine
Weile lang Kämpfe stattgefunden haben.
Ich hatte aber Informationen
aus erster Hand – erhalten in der Schweiz in einem Einkaufszenter. Da traf ich
kurz vor der Abreise Antares, einen jungen Mann aus Mariupol! Wir tauschten die
Telephonnummern und „tschüss bis bald!“
Antares hat eine Möglichkeit
gefunden um Geld zu verdienen. Er geht in die Schweiz und nach Deutschland,
sucht dort kaputte Computer und Handys zusammen und repariert und verkauft
diese hier in der Ukraine.
Er führt mich mit seinem
schrottreifen Moskwitsch einen Tag durch Mariupol. Die Stadt gibt sich noch pointierter
westlich als andere. Ferien in Mariupol!
Was an frühere Zeiten erinnert,
ist die verschmutzte Umwelt als Folge der Schwerindustrie. Es scheint für die Einheimischen
jedoch kein Problem zu sein, sich dem Strandleben des Asow`schen Meeres
hinzugeben. Während ein Junge mit einem Netz kleine Shrimps aus dem Wasser
schöpft, macht mich Antares auf die herangespülten schwarzen Steine aufmerksam.
Es sind keine Steine, sondern verhärtete Industrieschlacke.
Dies alles zusammen – mit bestem
Essen im Restaurant, mit bestem Cognac, mit geboxtoxten Models, mit
getrockneten Aprikosen aus Usbekistan, mit relaxten Soldaten an bestimmten
Punkten, mit den Rotkreuz-Fahrzeugen mit Genfern Nummern und mit schelmisch
lächelnden Fleischverkäuferinnen, mit Bumm-Bumm-Nightlife am Meeresboulevard –
ergibt eine besondere Art von Exotik.
Danke, Antares! Wir sehen uns
in der Schweiz im Schrott-Einkaufszentrum!










