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Montag, 19. Juni 2017

Gjumri

„Are you Christoph?“












Vielleicht mag ein bisschen Narzissmus in mir stecken, aber es ist so: Als ich als erstes die Stadt Gjumri anpeile, die mir von meiner ersten Armenien-Reise her noch in bester Erinnerung ist, den Hauptplatz im Zentrum erreiche und Ausschau halte nach einem geeigneten Parkplatz, kommen schon zwei Polizisten heran. „Are you Christoph?“, fragt der eine. Das ist doch schon ein hammerhaftes Seelenstreicheln. Da fährst du 4`000km quer durch den Balkan, der neverending Schwarzmeerküste entlang, Meter um Meter über eine qualvolle georgische Bergstrasse, durch das georgisch-armenische Niemandsgrenzgebiet, erreichst den Springbrünnli-, Promenier-, Strassencafé- und Kinderautöliplatz von Gjumri, und ein properer, frisch rasierter Polizist mit Sonnenbrille sagt dir deinen Namen und ein freundliches „Welcome to Gjumri“. (Natürlich gibt es eine Auflösung dafür – aber lassen wir es doch einfach so stehen.) 
Und diese Stadt tut`s mir sogleich wieder an. Die ersten Tage lasse ich mich treiben (slow-tribing only!), schlendere zu Tages- und Nachtzeiten im beschaulichen Zentrum herum, da ein Schwatz und dort ein Bier – und manchmal ein Föteli, wenn es sein muss. Fazit: good vibrations.

Um den Emotionen nicht zu sehr zu verfallen, soll hier Mister Google (gekürzt) als Ausgleich zu Wort kommen:

„Gjumri (armenisch: Գյումրի) ist die Hauptstadt der Provinz Shirak und die zweitgrößte Stadt Armeniens.
Gjumri liegt im Westen des Landes nahe der Grenze zur Türkei auf etwa 1592m.
Einwohner: 172`000
Telefonvorwahl: (+374) 312
Postleitzahl: 3101–3126
Bürgermeister: Samvel Balasanyan
Erdbeben 1988
Am 7. Dezember 1988 erschütterte ein schweres Erdbeben die Region , bei dem 25.000 Menschen ums Leben kamen. Die Stadt Spitak wurde nahezu vollständig zerstört.
Söhne und Töchter der Stadt
Wenn ich das richtig interpretiere, heisst das, dass 30% von Gjumris Söhnen und Töchtern in Kunst und Kultur tätig sind oder waren, und dass sagenhafte 45% von ihnen Gewichtheber und Ringer sind oder waren.
„Ausserdem beheimatet die Stadt den armenischen Erstligaverein FC Shirak Gjumri“, wird, nicht unwichtig für mich, auch noch erwähnt.
Bisschen Bildli kukken? – Ja!