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Samstag, 17. Juni 2017

Nach "Call it New York"









Nach Akhaltsikhe und Akhalkalaki. Für Ortsunkundige: das liegt in Dschawachetien.

Für Sprachschwache: „akhal“ heisst „neu“. Daher empfiehlt mir Levon, statt Akhalkalaki einfach New York zu sagen.
Oh herrliche georgische Bergwelt! Wenn es nur noch regnet und nebelt und windet und saukalt ist, dann ist es auch hier wie überall in den Bergen.
Auf der aufgeweichten Strasse tuckere ich abwärts. Loch um Loch. Nach 15km ein Fastfood-Restaurant. Nach weiteren 15km: Asphalt! Neuer, geschmeidiger, weicher Asphalt. Aber dann, nach Akhaltsikhe, alter, spröder, löchriger Belag. Nix „akhal“. Das Wöhnwägelchen ächzt trotz langsamem Fahren. Vor Akhalkalaki ist es soweit, dass es soweit ist: Der Wohnaufsatz hat sich im vorderen Bereich vom Fahrgestell gelöst und hängt entsprechend nach hinten hinunter. Im Schritttempo retten wir uns nach New York. Ich will an der Tankstelle, wo ich schon vor knapp zwei Jahren übernachtet habe, nach Hilfe fragen. Ein junger Mann erkennt mich wieder! „The crazy man with the caravan!“ Eben: Levon. Nebenan gibt es einen andern crazy man. Der legt jetzt eine Spätabendschicht ein und befestigt das Häuschen wieder. Dann werde ich von Levon in sein Haus zu Frau und Töchterchen eingeladen. Gemüse-Siedfleischsuppe, Salat, Sirup, Kaffee und Schwarzwäldertorte. 
Die Dschawacheten sind Armenier. Dschawachetische (georgische) Armenier. Und scheinbar die Erfinder der Schwarzwäldertorte.















Am nächsten Morgen kommt der Chef-Schmied Gute Fahrt wünschen, und ich lege die letzten 40km bis zur armenischen Grenze zurück. Mit leicht verzogener Inneneinrichtung im Wohnhaus. Bei jedem schlimmeren Schlagloch ist Schritttempo-Slalom und positive thinking angesagt.
Positive thinking auch beim Grenzübertritt nach Armenien. Umständlich und langwierig. Aber soo nice und klar und hilfreich.