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Samstag, 25. November 2017

"Bible-driving"







„Nordic-walking“, „bird-watching“, “donkey-riding” usw. Oder eben: „bible-driving“!



Das bedeutet: durch archaische Landschaften fahren, auf kleinen Nebenstrassen, auf steinigen Naturstrassen, mit dem Velo oder, mutiger und weiter, mit dem 4x4-Jeep. Schafe, Ziegen, Felsen, karger Boden, kleine Äcker, kleine Hochebenen, alte Toyota-Pickups, gutgelaunte Schmetterlinge, unbeschäftigte Wachhunde, tief eingefressene Schluchten, mal eine Meeresbucht und überall und immer – Olivenbäume. Dies Ende November bei einer biblischen Temperatur von 25°.
„Bible-driving“ bedeutet aber auch: Da und dort auf einer erhöhten Stelle auf ein Kirchlein oder an einer geschützten Stelle auf ein Kloster treffen. Auf das Leben IHM zu Diensten. Ihm, dem dem Zeus nachgefolgten Boss der Bosse. Und es offenbart sich eine höhere Form der Zivilisation, in der man nicht mehr als Tier oder Untier sein Wesen treibt, seinesgleichen roh verschlingt oder an einem Felsen mit Haut und Innereien den Geiern zum Frass überlässt.
Im Klosterhof herrscht Beschaulichkeit, Ruhe, Dolce-far-niente. Nur wenn ein potentieller Kunde auftaucht, bemühen sich die Mönchlein behende in ihren Souvenir-Shop, wo es auch viele nur gesunde und nur biologische „local products“ zu kaufen gibt: Honig, Salben, Kräuter, Öle, Gewürzbrote, Heilmittel. Wirksam gegen alle möglichen Gebrestlein. Jeden Morgen ein Löffelchen genüge, versichert einer, während ein anderer mit den Äuglein zwinkert und meint, ein grosser Löffel wäre besser (fürs Geschäft).  Hergestellt sind die Sachen nicht von ihnen, sondern von „local“ Frauen, und hingebracht werden sie vom „local“ Lieferwagen, wie ich beobachten konnte. Wirtschaftlich stimmt`s: Die Locals können ihre Waren an einem Ort verkaufen, wo der Kunde im Bann der Demut einen guten Preis zahlt, und die Mönchlein ziehen ihren biblischen Profit daraus, durch welchen sie IHM zum Beweis und uns als Vorbild ein Leben in Bescheidenheit und Frieden führen können. „Win-win-win-win“, wenn ich richtig zähle.
Eben: Das Christentum ist effizienter als alles Vorhergegangene. Das wird einem auch im angegliederten dunklen Gemälderaum vor Augen geführt. Das Dargestellte lässt sich in zwei Kategorien einteilen: Zur einen gehören die Gemälde der sanften, verklärten, zahnlosen Heiligen, Halbheiligen und Huldigern, zur andern die (für sie, für IHN, für uns) ruchlos Mordenden. Männer mit Pistolen, Gewehren, Säbeln und Dolchen. Mehr High-Tech. Im Gemälde meistens caught in the act. Garniert mit dem Weihrauch des Pulvers und dem Rot des Blutes.
Da würde Zeus hüpfen und tanzen, wenn so ein christliches Schiesseisen auf seine Stierenklauen ballern würde.
Nichts ist gelogen – RSH liefert die Bilder:
Teil 1 – die Landschaft












Teil 2 – die Helden