Überall liegen solche Becher herum. Mit der Zeit prägt sich
das Design mit dem Rot und Weiss ein. Rotes Kreuz? Blutspende-Aktion?
Das Auge des Reporters wird aufmerksam. Vor jedem kleinen
Laden steht ein Korb oder ein Karton mit genau diesen Bechern. In Cellophan
eingeschweisst. Sie sind ganz leicht, nichts Flüssiges ist drin. Leer? Beim
Schütteln hört man etwas. Eine Einwegspritze und ein Tupfer zur selbstständigen
Blutentnahme? Wie ein Erstklässler entziffere ich die aufgedruckten
griechischen Buchstaben: Santos – Kafes Frape ! Aus der grossen Zahl der
weggeworfenen Becher schliesse ich, dass es sich hierbei um einen
Riesen-Knüller handeln muss.
Der Reporter entscheidet sich zum Kauf. 40 Cents. Und zum
Konsumenten-Test.
Inhalt: 1 Beutelchen Nescafé (kaltlöslich), 2 Beutelchen
Zucker (kaltlöslich), 1 Trinkhalm (gebogen)
Die Zubereitung mit Wasser ist sehr einfach. Der Deckel
bleibt beim Schüttelvorgang dicht. Ein Test-Blick in den Becher zeigt: feiner
Schaum hat sich obenauf gebildet (dürfte etwas dicker und goldbrauner sein).
Klarer Minus-Punkt: Ein Durchstechen der vorgesehenen
kleinen Öffnung ist mit dem Trinkhalm (obwohl angespitzt) nicht möglich. Es
muss dafür externes Werkzeug eingesetzt werden.
Ein klarer Plus-Punkt dagegen für die Entsorgung:
Tatsächlich hat der Test gezeigt, dass die Natur alle Überreste widerstandslos
aufnimmt.
Schlussergebnis: Eine feine Sache! Und dies zu einem sehr
konsumentenfreundlichen Preis. Auch die untere Volksschicht kann sich für sehr
wenig Geld einen Kaffee leisten. Die vermutliche politische Absicht des
Herstellers erinnert an Chiles ehemaligen sozialistischen Präsidenten Allende
mit seiner Forderung: „Jedem Kind jeden Tag einen halben Liter Milch!“ Der
Geschmack des Getränkes, übrigens, kann vor dem Hintergrund eines solchen
sozialpolitischen Wurfes wirklich nur nebensächlich sein. Und: So viele
Becher-Wegwerfer können sich nicht irren!